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Magazin- und Patronentaschen
(z.T. Sammlung Erik Glasstetter)

MagazintascheMagazintascheSimonovSimonov

Die Standardwaffe der NVA war das von den Sowjets übernommene Sturmgewehr AK 47 im Kaliber 7,62 mm. Üblicherweise wurde jeweils eine dieser Taschen am Koppel getragen, womit der Munitionsvorrat des einzelnen Soldaten aus 3 x 30 Schuss bestand. Für Dienstgrade bzw. Soldaten mit zusätzlicher Spezialfunktion (Fernmelder, Fahrer, etc.) gab es auch Magazintaschen für nur zwei Magazine. Die abgebildeten Ledertaschen sind vermutlich der Periode vor 1959 zuzurechnen. Auch eine Verwendung bei der Polizei bzw. den Betriebskampfgruppen ist möglich. Herstellermarkierungen befinden sich auf den Taschen nicht. Magazintaschen aus Flächentarnstoff wurden nachweislich bis Mitte der 70`er Jahre auch zum Felddienstanzug in Strichtarnung noch ausgegeben und getragen.

Neben dem AK 47 führte die NVA als Sekundärwaffe in ihren Arsenalen auch das als "Karabiner SKS" bezeichnete Simonov Selbstladegewehr im Kaliber 7,62x39. Die Waffe wurde im Jahr 1949 in der Sowjetarmee eingeführt und bereits kurze Zeit später durch das AK 47 verdrängt. Das leichte und führige Selbstladegewehr hatte eine Magazinkapazität von 10 Schuss und musste mittels 10 schüssiger Ladestreifen befüllt werden. Jeweils drei dieser Streifen passten in eines der 14 cm langen Täschchen. Da die Waffe selbst bereits bei ihrer Einführung veraltet war, tauchen diese Taschen heute nur noch sehr selten auf. Es gibt sie in zwei Varianten: mit und ohne gummierter Innenseite sowie solche aus schwarzem Leder. Gelegentlich werden diese kleinen Taschen den NVA Fallschirmjägern zugeschrieben. Ob diese ansich sehr fortschrittliche Spezialeinheit mit derart veralteten Waffen ausgerüstet war muss jedoch bezweifelt werden.

 

TascheTascheTascheTasche

Besonders in den 50`er Jahren wurden für die Einheiten der KVP sowie der Betriebskampfgruppen Ausrüstungsgegenstände aus einem Laminat auf Phenolharz-Basis hergestellt. In erster Linie diente dieser Stoff als Ersatz für das teuere und häufig knappe Rindsleder. Neben allen Arten von Taschen wurden auch Koppel und Koppeltragehilfen aus diesem Kunststoff gefertigt. Da sich dieses Material offenbar nicht bewährt hat, ging man später wieder dazu über Leder bzw. Gurtbänder zu verwenden. Die abgebildete Patronentasche entspricht in Form und Abmessung exakt ihrem Pendant aus Leder und stammt, genauso wie das weiter unten abgebildete Zweidornkoppel aus dem Nachlass eines Angehörigen der Betriebskampfgruppen. Lange Zeit von Sammlern verschmäht sind Gegenstände aus diesem Material heute bereits sehr selten zu finden.

 

Helmbezüge
(Sammlung Erik Glasstetter)

BezugBezugBezugBezug

Bis einschließlich 1963 verfügten die Felddienstjacken im Flächentarndruck über fest angenähte Kapuzen, welche weit genug geschnitten waren, um auch über den Stahlhelm gestülpt zu werden. Ab 1964 wurden die Jacken nurmehr ohne diese, im Einsatz sicher nicht immer sehr praktische, Kapuze hergestellt. Stattdessen wurden direkt hinter dem Kragen vier Knöpfe angebracht, an welchen eine Kapuze befestigt werden konnte. Auch diese war eigentlich als Helmbezug gedacht und ähnelte in Form und Abmessungen der früher fest vernähten Kapuze. Allerdings fehlten bei diesen Bezügen bereits die beiden Metallhäken zur zusätzlichen Fixierung am Helmrand.

 

HelmbezugHelmbezugHelmbezugHelmbezug

Bei dieser Variante wird der Mückenschleier in einer Stofftasche verstaut. Entgegen einiger Annahmen, wurde dieses Stück nicht etwa aus einer abgeschnittenen Kapuze "gebastelt". Die Kapuzen der frühen FD-Jacken hatten bekanntlich innenliegende Taschen, welche mittels zweier Knöpfe verschlossen werden konnten. Dieses Merkmal fehlt bei diesem Stück völlig. Leider sind Helmbezüge grundsätzlich nicht markiert, so dass es schwierig ist den Fertigungszeitraum zu bestimmen.

 

BezugBezugBezug

Obgleich ab ca. 1968 auch die Knöpfe für die Kapuze an den Jacken wegfielen, behielt man die Möglichkeit bei, den Stahlhelm mit einem Tarnbezug zu versehen. Folgerichtig verfügen diese "späten" Stücke jedoch nicht mehr über die typischen vier Knopflöcher am unteren Rand. Der Bezug auf den beiden rechten Bildern stammt aus dem Jahr 1965, also dem ersten Jahr des neu eingeführten Strichtarnanzugs. Er verfügt noch über die vier Knopflöcher und unterscheidet sich auch sonst nicht von seinem Pendant im Flächentarndruck.

Achtung: Tarnbezüge im Flächentarndruck sind heute bereits sehr selten zu finden und werden aus alten Zeltbahnen neu angefertigt. Der Zeltbahnstoff unterscheidet sich jedoch recht deutlich von dem Jackenstoff der Originale, ist dieser doch beidseitig bedruckt.

 

Sturmgepäck

TascheTornisterTornisterGepäck

Das Sturmgepäck bestand aus einer, nach dem Beispiel des Tornisters gestalteten, Packtasche (Teil I) sowie einer Tragetasche mit Haltegriff (Teil II). Teil I konnte auf Teil II aufgeschnallt werden. Beides sollte am Koppeltragegestell des Soldaten befestigt werden. Da die größere Packtasche (Teil II) dazu gedacht war im Einsatz auf dem Gefechtsfahrzeug zu verbleiben, war diese zum Zwecke der leichteren Identifikation mit einem Sichtfenster aus Zelluloid versehen. In dieses konnte ein Namensetikett geschoben werden. Das Teil I gab es in zwei Versionen: Frühe Taschen wurden lediglich mittels starker Schnüre zugebunden. Spätere Versionen hatten Bänder mit Friktionsschnallen. Die Zeltbahn wurde mittels dreier Riemen, welche ebenfalls aus Flächentarnstoff bestanden, auf das Sturmgepäck aufgeschnallt.

Feldflasche

FlascheFlascheFlascheFlasche

Wie auch alle anderen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände zeichnet sich die abgebildete Feldflasche mit 0,7 Liter Fassungsvermögen durch einen Stoffbezug im Flächentarndruck aus. Der Korpus der Flasche besteht aus weißem Plastik, ebenso der Schraubverschluss. Die Beriemung ist ein Lederimitat. Lediglich der Becher wurde aus Alu gepresst. In den Folgejahren wurde lediglich der Bezug durch einen in Strichtarn ersetzt. Ansonsten blieb das Grundmuster bis zur Wiedervereinigung bestehen. Das Vorgängermuster war noch bedeutend aufwändiger gefertigt und erinnert in der gesamten Aufmachung noch sehr an jene Flaschen, wie sie bis 1945 bei der Wehrmacht verwendet wurden.

Zeltbahn, Seesack

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Die quadratische Zeltbahn hat eine Kantenlänge von 180cm. An jeder Seitenkante befinden sich sechs Aluminium-Knöpfe, welche entweder vernäht oder fest vernietet sind. In jeder Ecke sitzt eine Rundöse mit einem Innendurchmesser von 1,5 cm. Dank der relativ großzügigen Abmessungen war eine einzige Bahn also durchaus geeignet um einem einzelnen Soldaten einen regengeschützten Unterschlupf zu bieten. Aus mehreren Bahnen konnten auch größere Zelte erstellt werden. Jede Zeltbahn verfügt außerdem über zwei Durchgriffe sowie eine eingearbeitete Zugkordel. Behelfsmäßig kann diese somit auch als Regen-Poncho getragen werden. Bei den beiden abgebildeten Zeltbahnen handelt es sich um unbenutzte Depotware. Der sehr helle, fast ausgeblichen wirkende Farbton der rechten Plane beruht auf einem Fehler im Färbeprozess. Folgerichtig wurde diese als "2.Wahl" eingestuft und gelangte wohl auch deshalb nicht zur Ausgabe. Fehler im Färbeprozess kamen gelegentlich auch bei Jacken und Hosen vor. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Möglicherweise gab es immer wieder mal Probleme mit der Qualität der Stoffe bzw. der Färbemittel. Dass selbst derart mißlungene Stücke ihren Weg in die Depots fanden wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die nicht immer einfache Rohstoff- und Versorgungslage hinter dem "eisernen Vorhang".

Der abgebildete Seesack hat hingegen deutliche Gebrauchsspuren und war sicher bis weit in die "Strichelära" in Gebrauch. Obgleich es sich ansich um ein recht praktisches, auch im zivilen Bereich verwendungsfähiges, Ausrüstungsteil handelt, sind Seesäcke im Flächentarndruck heute nur mehr selten zu finden.

Riemen, Koppel

KoppelKoppelKoppelRödelriemen

Das im Jahr 1958 eingeführte Gurtkoppel aus Perlon kommt in drei Grundversionen vor. Frühe Schlösser hatte einen etwas dunkleren Anstrich und zeichneten sich dadurch aus, dass sich der Verschlusshaken am anderen Ende des Webgurtes befand, so wie dies bis dahin bei allen anderen Koppelschlössern der Fall war. Bei den allerersten Gurtriemen wurde der Haken nicht festgenietet sondern auf das Koppel aufgeschlauft. Ganz so wie bei frühen Lederriemen. Die frühen Riemen zeichneten sich durch einen grün-grauen Farbton aus. Das spätere Modell hatte den Haken im Schloss selbst, während die rechteckige Öse sich am anderen Gurtende befand. Auch waren spätere Schlösser im galvanischen Verfahren vermessingt.
Offiziere trugen zu ihrer Dienstuniform i.d.R. ein Zweidornkoppel aus braunem Leder, wobei die Schnalle selbst meist vermessingt war. Zum Schutz der Uniformjacke vor dem Metallschloss befand sich unter diesem eine zusätzliche Lederzunge. Das mittlere der drei abgebildeten Koppel besteht vollständig aus einem Plaste-Ersatzstoff und ist vermutlich den frühen 50`er Jahren zuzuordnen. Aus dem gleichen Material wurden alle Arten von Beriemungen sowie Patronentaschen für den Karabiner 98k gefertigt.
Um die Zeltbahn auf dem Sturmgepäck festzuschnallen wurden zweiteilige Mantelriemen verwendet. Die Riemen besaßen eine Friktionsschnalle und bestanden vollständig aus Flächentarnstoff.

Gasmaskentasche

maskemaskemaskeKit

Der (Erst-)Einsatz von atomaren, biologischen und auch chemischen Kampfstoffen war durchaus fester Bestandteil der Militärdoktrin des Warschauer Paktes. Entsprechend verfügte auch jeder Soldat über eine persönliche ABC-Schutzausstattung, welche in einer eigens hierfür konziperten Tasche am Mann mitgeführt wurde. Im Gegensatz zu Vergleichstücken der Bundeswehr aus jener Zeit, wurde auf ein schnelles Anlegen der Maske offenbar kein Wert gelegt, wie die Anordnung der einzelnen Teile in der Tasche verdeutlicht. Ein Hinweis auf die Erstschlagsdoktrin, welche der Truppe eine ausreichend lange Vorbereitungsphase einräumte um die persönliche Schutzausrüstung anzulegen. Obgleich das abgebildete Modell einer solchen Tasche noch im Flächentarndruck gehalten ist, bestehen die einzelnen Fächer im Innern der Tasche bereits aus Stricheltuch. Es kann somit von einer Produktion nach 1965 ausgegangen werden. Die Tasche fasst eine Maske sowjetischer Bauart samt Schlauch, Filter sowie Klarsichtgläsern. Seitlich befindet sich eine kleine aufgesetzte Tasche in welcher ein grauer Plastebehälter mit ovalem Querschnitt Platz hatte. In diesem befanden sich zwei Fläschchen mit Entgiftungsmittel. Wie auch in den westlichen Armeen, wurde dem einfachen Soldaten hierdurch der (beruhigende) Eindruck suggeriert man könne modernsten chemischen Kampfstoffen mit Seifenlauge zu Leibe rücken. .

Stiefeltasche
(Sammlung Erik Glasstetter)

TascheTascheTascheTasche

Die abgebildete Tragetasche ist mit einem Tragegriff sowie drei Schnallriemen versehen. Sie fasst drei Paar Gummistiefel. Die genaue Zweckbestimmung ist nicht bekannt, doch kann angenommen werden, dass insb. Entseuchungs- bzw. ABC-Abwehreinheiten Bedarf für Gummmistiefel hatten.

Instrumententasche
(Sammlung Erik Glasstetter)

TascheTascheTascheTasche

Die vorliegende Tasche hat eine Größe von 30 x 30 cm und besitzt einen Umhängeriemen aus Stoffgurt welcher mittels zweier Karabinerhäken an der Tasche befestigt werden kann. Verschlossen wird die Tasche mit einer Lasche an welcher sich zwei Druckknöpfe befinden. Bestimmt war die Tasche wohl für ein Meßinstrument der Artillerie möglicherweise zur Ermittlung der Geschossflugbahn. Auch dieses Ausrüstungsteil ist ein interessanter Beleg für den Umstand, dass das Flächentarnmuster als Gesamtkonzept gesehen werden muss, welches nicht nur für Bekleidungsstücke gedacht war. Darin unterscheidet sich dieser Tarndruck grundlegend von vergleichbaren Sücken der Bundeswehr bzw. US-Armee aus jener Zeit.

 

Tragetasche für RPG-Munition

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Die abgebildete Tragetasche ist offensichtlich für den Transport entsprechender Hohlladungsgranaten samt Treibladungen und Werkzeug bzw. sonst. Zubehör gedacht gewesen. Die Waffe selbst fand in der Tasche selbstverständlich keinen Platz. Diese wurde vom Schützen offen mitgeführt. Lt. Stempelaufdruck wurde die Tasche im IV Quartal 1965 produziert.

 

Feldmütze

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Die vorliegende Feldmütze wurde offenbar aus einer alten Jacke oder Hose geschneidert. Form und Machart sind identisch mit der Einheitsfeldmütze wie sie von der Wehrmacht bis Kriegsende getragen wurde. Selbst die seitlichen Stoffstreifen für die Ohrenschützer wurden nicht vergessen. Gefüttert ist sie mit blauem Filzstoff der jenem Stoff gleicht, wie er für Bekleidung der Luftwaffe bis 1945 Verwendung gefunden hat. Mützen dieser Art wurden definitv nicht kammermäßig für die NVA produziert. Darauf deutet auch das Fehlen jedweder Stempel hin. Denkbar ist allenfalls eine rein private Anfertigung ggf. eines Offiziers, welcher diese Mütze im Winter tragen wollte. Darauf würde die auffällige Fütterung hindeuten. Wahrscheinlicher aber ist eine reine Film- oder auch Theateranfertigung. Geradae div. DEFA Filmproduktionen der 60`er Jahre griffen sehr gerne auf Flächentarnbekleidung zurück, wenn es etwa darum ging Wehrmachtssoldaten darzustellen. Geringfügig umgeschneidert war der Unterschied in Schwarz-Weiß erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Ein Nachwende-Fake dürfte dagegen relativ unwahrscheinlich sein. Dafür ist die Machart zu aufwändig und ein möglicher Erlös zu gering. Wie auch immer, jeder sei berufen sich zu diesem Bekleidungsstück seine eigene Meinung zu bilden.

 

Handtasche

Die vorliegende "Handtasche" gibt wie so manches ebenfalls Rätsel auf. Mit einem Kantenmaß von 29 x 23 cm wäre sie durchaus geeignet um etwa Schreibunterlagen im Format DinA 4 aufzunehmen. Weitere Fachunterteilungen befinden sich im Innern der Tasche jedoch nicht. Dafür befindet sich auf der Frontseite ein unterteiltes Außenfach, welches mit einem Sichtfefenster ausgestattet ist. Herstellermarkierungen sind nicht feststellbar. Machart und Ausführung sprechen ansich gegen eine zeitgenössische DDR-Fertigung. Dies gilt umso mehr, als sich in der Tasche als einziger schriftlicher Hinweis ein kleiner Papierschnipsel befindet mit der Aufschrift "Territorialverteidigung". Dieser Begriff ist bekanntlich eher ein Hinweis auf die Verteidigungsdoktrin der Bundeswehr. Evtl. handelt es sich auch bei diesem Stück um eine Produktion aus der frühen "Nachwendezeit".

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