Flächentarnanzug Ausführung 1965

 

Startseite

 

Chronologie

 

Amöbentarn

1958

1959

1960

1961

1962

1963

1964

1965

1966

1967

1968

1969

1970

 

Aufklärer

 

Ausrüstung

 

Repros

 

Originalbilder

 

Impressum

 


Jacke

JackeJackeJackeJacke

Diese Feldjacke ist in allen Details vollständig erhalten. Gut zu erkennen sind die grauen, durch Splinte gehaltenen, Plasteknöpfe sowie die zweiteiligen Schlaufen für Tarnmaterial auf dem Oberarm und dem Rücken. Auf der Vorderseite befinden sich interessanterweise keine Schlaufen. Die Patte der Oberarmtasche ist mit sichtbaren Knopflöchern ausgeführt. Über Brusttaschen verfügt dieses Exemplar noch nicht. Diese konnten bisher erst ab dem Produktionsjahr 1966 erstmalig nachgewiesen werden.

JackeJackeJackeJacke

Die gut erhaltene Stempelung deutet auf das 1.Quartal 1965 als Fertigungsjahr hin. Abnehmer war die NVA. Der Hersteller ist mit dem bereits bekannten Code 1802 verschlüsselt. Gut zu erkennen sind die braunen Kunststoffknöpfe hinter dem Kragen, an welchen der abnehmbare Helmbezug befestigt werden konnte. Die Lüftung erfolgte mittels vier Schnürlöchern unterhalb der Achsel. Die Pistolentasche Typ II ist rundrum vernäht und besitzt noch nicht die typische Pistolenform. Die Jacke verfügt wie auch die Vorgänger mit fest angebrachter Kapuze, noch über eine Taillenschnürung sowie eine Bundverstellung, welche bei diesem Exemplar mittels eines Knöpfriemens erfolgt. Die Bedeutung der gelegentlich feststellbaren, siebenstelligen Nummern im Innern der Bekleidungsstücke konnte bisher nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Vermutlich handelt es sich um eine Nummerierung, welche im Fertigungsprozess eine zweifelsfreie Zuordnung der einzelnen, vorgefertigten, Bestandteile ermöglichen sollte. Ein ähnliches System lässt sich auch im Bereich der Wehrmachtsbekleidung immer wieder mal feststellen.

Hose

hosehosehosehose

Die vorliegende Hose fällt aus dem Rahmen des üblichen. Im Gegensatz zu allen anderen bekannten Exemplaren verfügt dieses Stück über ca. 3 cm breite Gürtelschlaufen, welche sehr fachmännisch gefertigt und befestigt wurden. Ob es sich um einen seltenen Versuch handelt oder aber ob der ehemalige Träger für diese Variante verantwortlich ist wird sich wohl nie sicher klären lassen. Tatsache ist jedoch, dass die NVA - etwa im Gegensatz zur Bundeswehr - keinen Gürtel kannte, welcher in diese schmalen Schlaufen gepasst hätte. Eine weitere Besonderheit sind die aufgesetzten, Blasebalg ähnlich gestalteten Beintaschen. Im Gegensatz zu den üblicherweise eingelassenen Taschen verfügen diese über einen deutlich vergrößerten Stauraum. Die abgebildete Hose stammt aus dem Besitz eines ehemaligen Grenzsoldaten. Ob dieser Umstand etwas mit der besonderen Taschenform zu tun hat ist jedoch fraglich und basiert letztlich nur auf Vermutungen.

Exkurs:
Felddienstanzug 64 in Strichtarn


Jacke

JackeJackeJackeJacke

Bereits seit dem Sommer des Jahres 1963 lief bei den Grenztruppen der DDR die Erprobung eines neuen Tarnanzuges, welcher den seither verwendeten Kampfanzug im Flächentarndruck ablösen sollte. Ab dem Jahr 1964 wurde der neue "Felddienstanzug" (so lautete erstmals die offizielle Bezeichnung) Schritt für Schritt bei den einzelnen Verbänden der NVA eingeführt. Bis Ende der 60`er Jahre war die Umrüstung abgeschlossen, wobei jedoch die "alten" Flächentarnanzüge nicht nur aufgetragen wurden, sondern (wie diese Arbeit beweist) auch bis mindestens zum Jahr 1970 weiterhin parallel produziert wurden. Zu erklären ist dieser ansich unnütze, weil doppelte Resourcenverbrauch bestenfalls mit den Tücken der sozialistischen Planwirtschaft. Jedenfalls liefert auch die wenige einschlägige Fachliteratur keine befriedigende Antwort auf diesen Umstand bzw. klammert das Thema völlig aus.
Die vorliegende Jacke gleicht Ihrem oben vorgestellten Pendant fast bis aufs Haar. Im Gegensatz zu diesem besitzt sie jedoch bereits Brusttaschen mit dem typischen Einzelknopf und war dadurch ihrer Zeit also ein Stück vorraus. Wie auch bei dem Gegenstück in Flächentarn, werden sämtliche Knöpfe noch mittels Splinten befestigt.

JackeJackeJackeJacke

Auch die Innenansicht offenbart die große Ähnlichkeit mit dem Gegenstück in Flächentarn. Deutlich sind die hiner dem Kragen befindlichen Knöpfe für den kapuzenartigen Stahlhelmbezug zu erkennen. Der Stempel offenbart, dass die Jacke im II Quartal des Jahres 1965 produziert wurde. Also zu einer Zeit, als das Erscheinungsbild der NVA noch weitgehend durch das Flächentarnmuster geprägt gewesen sein dürfte.

Hose

HoseHoseHoseHose

Die Hose wurde gleichfalls im II. Quartal 1965 produziert, unterscheidet sich jedoch deutlicher von vergleichbaren Stücken im Flächentarndruck dieser Periode. So sind die Beintaschen nicht beutelförmig aufgesetzt sondern eingelassen. Anstelle von Gürtelschlaufen besitzt die Hose die typischen D-förmigen Ringe für die Hosenträgerschlaufen. Seitliche Durchgriffe sind ebenfalls keine mehr vorhanden. Lediglich die typischen schrägen Frontpatten sowie die Stoffverstärkungen an Knien und Hosenboden wurden vom alten Muster noch übernommen. Auch bei der Hose werden sämtliche Knöpfe mit Splinten befestigt. Im Bund befindet sich ein verstellbarer Gummizug. Der gesamte vorgestellte Anzug ist ungetrgen und stammt offensichtlich aus Lagerbeständen. Lediglich die verrosteten D-Ringe der Hose deuten auf sein Alter von immerhin über 40 Jahren hin.

Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke hose hose hose hose Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Jacke Hose Hose Hose Hose