Fallschirmjäger/Aufklärer

 

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Impressum

 


Das Luftsturmregiment 40 stellte die Luftlandetruppe der NVA der DDR dar. Die Einheit trug den Namen "Willi Sänger" und war von 1960 - 1982 in Prora auf Rügen stationiert. Ab 1982 bis zur Auflösung im Jahr 1990 dann in der Nähe des Truppenübungsplatzes Lehnin bei Potsdam. Der Truppenteil "Willi Sänger" war der einzige Luftlandeverband innerhalb der NVA. Allerdings gab es in mehreren anderen Einheiten der "bewaffneten Organe" Fallschirmspringer. Z.B. bei den Fernaufklärungseinheiten der NVA und bei verschiedenen Einheiten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Die Truppe war als Spezialeinheit konzipiert und somit fester Bestandteil der offensiven Strategie des Warschauer Pakts mit dem Ziel den Feind auf dessen eigenen Territorium zu bekämpfen. Entsprechend ihrem taktischen Auftrag handelte es sich um eine relativ kleine Truppe von kaum mehr als 300 Mann. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass nur sehr wenige originale Fallschirmjäger FD-Uniformen erhalten geblieben sind und diese heute z.T. astronomische Summen kosten.

Ein netter User Namens Torsten hat uns die folgenden Bilder zur Verfügung gestellt. Leider befinden sich die abgebildeten Bekleidugsstücke nicht mehr in seinem Besitz. Wir bitten daher von entsprechenden Anfragen abzusehen.

 

Jacke für Fallschirmjäger/Aufklärer

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Die abgebildete, sehr gut erhaltene Felddienstjacke eines Angehörigen der Fallschirmjäger/Aufklärer ist zeitlich zwischen den Jahren 1964 und 1966 einzuordnen. Da sich leider kein Herstellerstempel erhalten hat, kann dies nur aufgrund der Ausführung (Lüftungslöcher unter den Achseln, Metallnieten zur Schulterstückbefestigung) hergeleitet werden. Bereits auf den ersten Blick offenbaren sich große Unterschiede zu den Felddienstjacken im Strichtarnmuster. Am augenfälligsten dürfte die aufwändige Fütterung sowie die knöpfbaren Ärmelenden sein. Auch die beiden zusätzlichen Täschchen auf den Unterarmen fielen bei den späteren Modellen der 70`er und 80´er Jahre weg. Interessanterweise verfügt die Jacke über eine Bundverstellung mittels Metallschnalle, wie sie auch bei herkömmlichen FD-Jacken bis Mitte der 60´er Jahre Verwendung fand.

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Die beiden Oberarmtaschen sind unterschiedlich ausgeführt. Während die rechte Tasche relativ einfach konzipiert wurde ist die linke Tasche zur Aufnahme zylindrischer Gegenstände gedacht und entsprechend unterteilt. Dies könnte für Schreibutensilien genauso bestimmt gewesen sein wie etwa für Leuchtsignalmunition. Trotz vollständiger Fütterung besitzt auch dieses Modell eine Innentasche auf der linken Brustseite welche mittels eines kleinen Knopfes verschlossen werden konnte. Man beachte die Schnürlöcher unter den Achseln sowie die knöpfbaren Ärmelenden.

 

Kopfhauben, Helmbezüge

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Kopfhaube im Flächentarndruck wie sie in den 60`er Jahren üblicherweise beim Sprung verwendet wurde. Erst später kamen Helme z.T. auch polnischen Musters zum Einsatz, während Kopfhauben beim Sprung offenbar kaum noch Verwendung fanden. Das abgebildete Stück verfügt offenbar über keinerlei Herstellerstempel.

 

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Frühe Kopfhaube aus Leder. Vom Material abgesehen, ist sie mit ihrem Nachfolgemodell aus Tarnstoff identisch. Der gut erhaltene Stempel deutet auf einen Herstellung im Jahr 1962 hin. Da auf den meisten zeitgenössischen Bildern nur Hauben im Flächentarndruck zu erkennen sind, kann davon ausgegangen werden, dass diese Hauben schon sehr bald wieder aus dem Truppendienst verschwanden.

 

Sprungstiefel

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Von links nach rechts:
Erste Ausführung der Sprungstiefel. Sog. "KVP-Modell", hier im unveränderten Originalzustand mit "Ledergamasche".
Zweite Ausführung der Sprungstiefel. Auf dem Karton eine Fertigungsvariante
Ganz rechts, Sprungstiefel des Ministeriums für Staatssicherheit

 

Exkurs
Fallschirmjägeranzug in Strichtarnausführung

Jacke

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Diese im Jahr 1967 produzierte Sprungjacke im sog. "Einstrich-Keinstrich" Muster verfügt bereits über bemerkenswerte Unterschiede zu ihrem Pendant im Flächentarndruck. So sind die Ärmelenden nicht mehr knöpfbar sondern mit Gummizug versehen. Die zusätzlichen kleinen Unterarmtäschchen sind weggefallen. Auch diese Ausführung ist jedoch noch vollständig gefüttert. Man beachte die rückwärtige Schulterpartie, welche aus zwei zusammengefügten Stoffbahnen besteht. Dieses Detail findet sich bei Jacken späterer Produktion nicht mehr.

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Gut zu erkennen sind die nunmehr identischen beiden Oberarmtaschen sowie die Vorrichtung zur Befestigung der Schulterstücke. Da es im Sprungdienst durch die Gurte des Fallschirms häufig zu Beschädigungen der Effekten kam, wurden die Schulterklappen ab ca. Mitte der 70`er Jahre häufig direkt auf die Schulter aufgenäht. Entsprechende Realstücke sind heute jedoch sehr schwer zu finden. Bemerkenswert ist ferner der gut erhaltene Stempel, die unter dem Futter liegende Innentasche sowie die Ärmelenden mit dem Gummizug, welche noch nicht als Strickbündchen ausgeführt sind.

Hose

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Die vorliegende, ebenfalls kammerfrisch erhaltene Hose wurde lt. Stempel im Jahr 1965 produziert und dürfte somit eine der ersten im neuen Strichtarnmuster gewesen sein. Die Hose ist als Klapphose ausgeführt, was üblicherweise ein Merkmal von Hosen der maritimen Einheiten ist. Bemerkenswert ist ferner das kleine Täschchen für das Kappmesser, die Knieauflagen sowie die knöpfbaren Beinenden. Spätere Modelle haben einen einfachen Hosenbund sowie einen keilförmigen Schnitt. Die Beinenden lassen sich i.d.R. durch angebrachte Bänder verengen.