Amöbentarnanzug

 

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Jacke
(Sammlung Erik Glasstetter)

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Eine Abhandlung über frühe NVA-Tarnbekleidung wäre unvollständig ohne auch auf den unmittelbaren Vorgänger des Flächentarndruckes, die sog. "Amöbentarnung" einzugehen. Dieser selbst bei Interessierten oft unbekannte Tarnanzug war als reiner Schlupfanzug konzipiert und hatte folgerichtig keinerlei Taschen bzw. Verstellmöglichkeiten für einen besseren Sitz. Schlaufen für Tarnmaterial sowie Befestigungsmöglichkeiten für Schulterstücke sucht man ebenfalls vergeblich. Da dieser Anzug auch auf zeitgenössischen Fotos äußerst selten zu sehen ist und auch in gut sortierten Sammlungen so gut wie nicht vorkommt, liegt die Vermutung nahe, dass dieser nur an wenige Einheiten mit besonderen taktischen Aufgaben ausgegeben wurde (Fernaufklärer, Scharfschützen, etc.). Die beiden vorliegenden Jacken unterscheiden sich nur darin voneinander, dass die eine wie ein Tarnschlupfhemd übergezogen werden musste, während die andere vorne offen wie eine Jacke gestaltet ist und auch so angezogen werden konnte. Knöpfe bzw. Knopflöcher sucht man jedoch vergeblich. Unter der charakteristischen, auf den ersten Blick überdimensionierten, Kapuze konnte auch der Helm problemlos getragen werden. Auffallend ist die im Vergleich dazu winzig kleine Gesichtsöffnung mit dem ebenfalls sehr klein gehaltenen Tarn-/Mückenschleier. Der weite Schnitt deutet wohl darauf hin, dass die Jacke dafür gedacht war im Bedarfsfall auch schnell über der gesamten Ausrüstung angelegt zu werden. Besonders in bewaldeter Umgebung dürfte der Tarneffekt bemerkenswert gewesen sein. Gut erkennbar sind die beiden schrägen Durchgriffe auf der Frontseite, um den Zugriff auf die darunter befindliche Ausrüstung zu erleichtern. Innen waren diese Durchgriffe zusätzlich mit Tarnstoff verstärkt.

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Über eine Bestempelung verfügen diese frühen Schlupfjacken nicht. Die Herstellerangaben befinden sich sämtlich auf einem eingenähten Bändchen, welches gleichzeitig zum Aufhängen des Umhangs verwendet werden kann. Die Beschriftung lautet "S.64/1413/1002 VEB". Über die genaue Bedeutung kann nur spekuliert werden. Während "S.64" für die Größe stehen könnte, bezeichnen die folgenden Zahlengruppen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit den Herstellerbetrieb. In diesem Fall durfte auch das allseits bekannte Kürzel "VEB" nicht fehlen. Die Ähnlichkeit dieser Markierung mit den sog. "RB-Nummern" aus der Zeit bis 1945 ist offensichtlich und vermutlich kein Zufall. Im Gegensatz zu den nachfolgenden Flächentarnanzügen, kann man das Herstellungsjahr leider nur vermuten. Dieses dürfte jedoch in jedem Fall deutlich vor 1957 gelegen haben. Gut zu erkennen ist auch die einzige Verstellmöglichkeit an der gesamte Jacke, nämlich das Ärmelende, welches mittels eines einfachen Knöpfbandes verengt werden kann.

Hose
(Sammlung Erik Glasstetter)

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Auch die Hose zu dem oben beschriebenen Anzug ist als reine Überhose konzipiert. Auch an ihr fehlen nicht nur sämtliche Taschen sondern auch eine Möglichkeit den Hosenlatz vollständig zu schließen. Dies geschieht lediglich mittels eines einzigen Knopfes am Hosenbund selbst. Die Hose besitzt einen Gummibund, welcher allein für den nötigen festen Sitz sorgen sollte sowie schnürbare Beinenden. An den Seiten befinden sich Durchgriffe um an die Hosentaschen des darunter befindlichen Dienstanzugs heranzukommen. Die auch bei diesem Exemplar noch vorhandene Stoffschlaufe mit der Herstellerkennzeichnung ist inhaltlich identisch mit der vorbeschriebenen. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass es ohnehin nicht sehr viele Herstellerbetriebe gegeben hat, in welchen diese frühen Anzüge gefertigt wurden.

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