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Wissenswertes:

Bereits Mitte 1956 gab es in der DDR konkrete Überlegungen speziell für den sog. Felddienst bzw. Kampfeinsatz eine besondere Bekleidung zu entwickeln. Verwendeten besonders die Fernaufklärer der jungen NVA bis dahin Tarnanzüge der sowjetischen "Waffenbrüder" sowie in Anlehnung an diese, in der DDR selbst hergestellte Anzüge im sog. "Amöbentarndruck", sollte nun endlich auch die NVA mit einem eigenen, sehr charakteristischen neuen Felddienstanzug ausgestattet werden.

Hierbei sollte nicht nur die Bekleidung selbst (also Jacke und Hose) das neue Tarnmuster aufweisen sondern auch sämtliche persönlichen Ausrüstungsgegenstände, welche für den Felddienst gedacht waren. Also etwa Feldflaschen- und Helmbezüge, Sturmgepäckteile, div. Munitions- und Zubehörtaschen sowie Zeltbahnen.

Obgleich sich das eigentliche Flächentarn-Grundmuster während des gesamten Verwendungszeitraums, also bis ca. Mitte der siebziger Jahre, von einzelnen, produktionsbedingten "Fehltritten" weder in der Form noch in der Farbgebung veränderte, gilt dies nicht im gleichen Umfang für den Schnitt und die Machart der eigentlichen Anzüge.

Diese unterlagen z.T. ganz erheblichen Veränderungen, welche man teilweise sicher auch als Vereinfachungen bezeichnen könnte. Offensichtlich wird dies jedoch erst, wenn man die einzelnen Stücke direkt miteinander vergleicht.

Da die meisten Produktionsunterlagen der ehemaligen Uniformhersteller (genannt seien hier v.a. die VEB-Burger Bekleidungswerke) in der allgemeinen Wendeeuphorie vernichtet wurden, ist es heute leider fast unmöglich zu den Herstellungszeiträumen bzw. Methoden verlässliche Aussagen zu treffen. Auch militärische Bekleidungsvorschriften gehen leider meist nicht bis ins gewünschte Detail, wurden diese doch stets aktualisiert, wodurch die vorhergehenden Informationen meist verlorengingen.

Die einzige Möglichkeit fertigungsbedingte Gesetzmäßigkeiten zu analysieren ist somit der direkte Vergleich von Realstücken. Hierbei offenbaren sich z.T. gewaltige Unterschiede angefangen von den ersten zur Einführung gelangten Felddienstanzügen des Jahres 1958 bis zur letzten Variante des Jahres 1970, welche bereits auch zeitgleich in unverändertem Schnitt im Strichtarnmuster produziert wurde. Hierbei ist die penible Kennzeichnung eines jeden einzelnen Bekleidungsstücks mit Hersteller, Größe, Bestimmung sowie natürlich dem Herstellungsquartal sehr hilfreich und ermöglicht eine exakte Einordung des jeweiligen Exemplares.

Bewußt haben wir bei der Darstellung der unterschiedlichen Anzugsvarianten auf sog. "Büstenbilder" verzichtet, da gerade Details bei einer, auf eine Büste aufgezogenen Jacke, häufig nicht ausreichend zur Geltung kommen. Ästheten unter den Usern mögen uns verzeihen.

Die Typisierung der einzelnen Flächentarnanzüge erfolgt anhand der folgenden

Unterscheidungsmerkmale:

(Durch einen Klick auf die beiden Schaltflächen gelangen Sie in die jeweilige chronologische Übersicht)

Hosen

Merkmal Beschreibung
Beintaschen in Beutelform Beutelförmig aufgesetzte Seitentaschen an den Hosenbeinen. So meist von Grenztruppen getragen.
Beintaschen eingelassen Flach eingelassene Seitentaschen an den Hosenbeinen. Dadurch deutlich geringerer Stauraum
Taschenknöpfe mit Splinten Die Knöpfe der Taschenpatten werden mittels Splintringen befestigt.
Taschenknöpfe angenäht Die Knöpfe der Taschenpatten sind angenäht. So meist bei späten Stücken zu finden.
Schrägtaschen mit Patten Gemeint sind Hosentaschen für die Hände. Späte Varianten sind meist ohne Patten
Mit Schnürzug im Bund Anstelle eines Gummis befindet sich im Hosenbund ein verstellbarer Schnürzug
Trägerösen innen Gemeint sind die Metallhalteösen für die Hosenträger
Beinenden mit Splintknöpfen Mittels Splintknöpfen verstellbare Hosenbeinenden
Nur Gürtelschlaufen Bisher kein Realstück vorhanden
Zusätzliche Gürtelschlaufen Bisher kein Realstück vorhanden
Sechseckige Knieauflagen Zur Verstärkung angebrachte, sechseckige Stoffstücke aus Tarnstoff
Rechteckige Knieauflagen s.O.
Hosenbodenverstärkung Diese diente dem Schutz des Hosenbodens etwa bei Kradmeldern. Bei späten Stücken selten.
Hosentaschen ohne Patten Einfache seitliche Hosentaschen
Seitliche Durchgriffe Zusätzliche Durchgriffe zum Knöpfen.
Beinenden mit Zugband Graugrünes Zugband zum Zubinden. So nur bei sehr frühen Stücken
Beinenden mit Rundschnur Verstellung erfolgt mittels einer starken Kordel

 

Jacken

Merkmal Beschreibung
Frontknöpfe mit Splinten Besonders bei frühen Stücken wurden nicht nur die Frontknöpfe mit Splinten befestigt
Frontknöpfe angenäht Meist bei sehr frühen und eher späten Stücken zu finden
Oberarmpatte m.Knopflöchern Gemeint ist die Patte der kleinen Oberarmtasche. Bei frühen Jacken mit verdeckter Knopfleiste
1 rechteckiges Luftloch Die Lüftungslöcher befanden sich unterhalb des Achselbereichs.
2 recheckige Luftlöcher Div. Ausführungen sind möglich
Runde Luftlöcher Besonders bei späten Jacken sind die Lüftungen als einfache Schnürlöcher ausgeführt
Angenähte Kapuze Eigentlich ein fest mit der Jacke verbundener Helmbezug. I.d.R. mit integriertem Mückenschleier
Knöpfe für Helmbezug Jacken ohne "Kapuze" verfügten über Knöpfe zum Anknöpfen des Helmbezuges
Gekörnte Metallknöpfe Gab es nur bei frühen Versuchsstücken
Gekörnte Plasteknöpfe Waren bis ca. 1966 bei Flächentarnjacken Standard
Glatte Plastikknöpfe Kommen in div. Farben vor, von Schoko-Braun bis dunkel Grau
Schräge Brusttaschen Gemeint ist stets der Sitz der Patten. Nur sehr selten meist bei frühen Jacken zu finden.
Waagrechte Brusttaschen Ab den späten 60`er Jahren bei allen FD Jacken bis in die "Strichtarnzeit" üblich.
Ohne Brusttaschen Standard bei allen "Kapuzenjacken"
Metallschnalle im Bund Frühe Jacken verfügten über diese Möglichkeit der Bundverstellung im Innenteil.
Verengung mittels Knöpfen Ein umlaufender Riemen wird mittels je zweier Knöpfe fixiert.
Verengung mittels Holzknebeln Selten zu findende Variante der Bundverstellung
Mit Tailenschnürzug Im Rückenteil auf Taillenhöhe befindlicher Schnürzug
Ärmelbündchen mit 3 Löchern Es handelt sich um die Schnürlöcher für die Splintknöpfe zur Verstellung des Ärmelendes
Pistolentasche Typ I Großer, sackförmig gestalteter Taschenbeutel ohne zusätzliche Fixierung im Innern
Pistolentasche Typ II Der gesamte Taschenbeutel ist mit der Jacke im Innern fest vernäht
Pistolentasche Typ III Verkleinerter, loser, pistolenförmiger Taschenbeutel in Sackform. Zusätzliche Fixierung im Innern.
Doppelte Tarnschlaufe Bei frühen Jacken befindet sich eine große und eine kleine Schlaufe über der Oberarmtasche
Einfache Tarnschlaufe Die große Schlaufe fällt bei späteren Stücken weg.
Knöpfe für Halsbinde Diese befinden sich im Innern der Jacke und dienen zum Einknöpfen eines Kragens
   
   
   
   
   
   

 

Jahrescodes

Wen schon immer interessiert hat was die unerklärlichen Buchstaben zu bedeuten haben findet hier sicher eine Erklärung.
Achtung: besonders in frühen Jahren kam auch Kleinschreibung vor.

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Z
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